Basketball-Nationalspielerin Frieda Bühner im Interview – Marie-Louise Eta – historischer Sieg bei Paris-Roubaix – und die Sportevents, die ihr in den kommenden Tagen unbedingt verfolgen solltet.

Foto: Mariia Korotyshova für EWMNA
Schön, dass ihr dabei seid!
Wir starten diesen Newsletter mit einer fantastischen Nachricht – denn es scheint, als wären unsere Wünsche erhört worden! Also, beinahe. Erinnert ihr euch noch an unseren Wunsch nach einer Sports Bar im deutschsprachigen Raum, die ausschließlich den Sport der Frauen überträgt? Ganz am Ziel sind wir noch nicht, aber in Köln hat vor wenigen Tagen der Honeyball Club eine Watch Party anlässlich des Spiels der deutschen Fußballfrauen gegen Österreich organisiert. Gründerin Christina Eckstein schrieb dazu: “Wir schaffen einen Raum, in dem Frauenfußball als zugänglich, emotional und kulturell relevant erlebt wird.”
Das finden wir sehr (sehr!) gut und haben schon mal die Bahnverbindungen nach Köln gecheckt – und möchten auch dafür plädieren, weitere Sportarten ins Programm mit aufzunehmen.
Auch die Namensgebung des Honeyball Clubs ist erste Sahne, schließlich freuen sich unsere journalistischen Herzen immer über eine gut platzierte Referenz: Nettie Honeyball gründete zusammen mit einigen anderen Mitstreiterinnen 1894 einen der ersten Frauenfußballklubs Englands. 10.000 Menschen kamen zum ersten Spiel des "British Ladies' Football Club"– und Honeyball und ihre Mitgründerinnen bewiesen, dass der Fußball der Frauen schon damals echte Fans hatte. Die Frauenrechtsaktivistin begriff die Gründung des Clubs ausdrücklich als emanzipatorischen Akt, erste Präsidentin war die Journalistin, Autorin und Feministin Lady Florence Dixie.
Klar, der Honeyball Club in Köln hat nicht die erste hiesige Watch Party für ein Sportevent der Frauen angestoßen. Dennoch feiern wir die Initiative – und rufen abermals ganz ausdrücklich zur Nachahmung auf.
Und jetzt zum Sport
Ebenfalls feiern wir natürlich, dass es jetzt eine Cheftrainerin in der ersten Fußball-Bundesliga der Männer gibt. Mehr dazu im Spotlight. Dort geht es auch um ein ikonisches Radrennen und um eine Sportart, in der es ausdrücklich erwünscht ist, mit harten Bandagen (und Mundschutz) zu kämpfen.
Außerdem beschäftigen wir uns in diesem Newsletter wieder einmal mit der WNBA. Die US-Liga steht in den Startlöchern, Spielerinnen werden so wild getradet wie Pokemonkarten auf einem Berliner Schulhof. In der vergangenen Saison haben vier deutsche Spielerinnen in der WNBA gespielt, jetzt sieht es ganz so aus, als könnte eine fünfte dazukommen: Frieda Bühner, die vielleicht größte Nachwuchshoffnung des deutschen Basketballs. Am Montagabend wurde sie im Draft von den Portland Fire ausgewählt, die sich damit die Rechte an ihr gesichert haben (Mehr zum Draft lest ihr hier – und ja, es ist Rocket Science).
Portland Fire ist eines der neuen WNBA-Teams. Die Liga wächst, ebenso wie die Honorare der Spielerinnen. Einen sicheren Platz im Kader von Portland hat Friedas Nationalmannschaftskollegin Luisa Geiselsöder, die im sogenannten Expansion Draft ausgewählt wurde, bei dem sich die neuen Teams fast frei im gesamten Spielerinnenpool der WNBA bedienen durften. Während die nahe Zukunft von Frieda trotz Draft noch ungewiss ist (mehr dazu im Interview), weiß Luisa schon, wo sie die kommenden Jahre verbringen wird. Sie hat einen Dreijahresvertrag mit Portland Fire unterschrieben, mit dem sie insgesamt rund eine Million Dollar verdienen wird.
Projekt: ERSTE
ERSTE WIRD MAN NICHT ALLEIN ist eine neue Medienmarke für den Sport der Frauen. Das hier ist unser sechster Newsletter – und wir freuen uns über jede und jeden, der oder die mitliest. Damit wir weiter wachsen können – und später im Jahr ein Printmagazin realisieren können – brauchen wir euren Support: Erzählt anderen von uns! Leitet den Newsletter an euren Fußballsquad weiter, an den Handballverein eurer Kinder oder an eure basketballverrückten Besties. Unterstützt uns, in dem ihr anderen vom Projekt erzählt. Und meldet euch mit euren Ideen, Gedanken und Vorschlägen bei uns unter: [email protected]
Ready, set, go!

Foto: Mariia Korotyshova für EWMNA
“Ich kann nicht alles vorhersehen, aber ich weiß, dass ich vorbereitet bin”
Frieda Bühner gilt als eines der größten deutschen Basketballtalente. Dass sich ein WNBA-Verein nun im Draft-Verfahren die Rechte an der 21-Jährigen gesichert hat, unterstreicht die Aussage doppelt und dreifach.
Wir treffen Frieda am Dienstagvormittag zum Interview. Den Draft hat die Nationalspielerin in der Nacht auf Dienstag gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen von Movistar Estudiantes in Madrid verfolgt: Diese organisierten eine Überraschungsparty, um den Livestream der Veranstaltung zusammen zu schauen.
Im Gespräch mit ihr geht es natürlich um den Draft, Friedas ganz spezielle Stärken, und warum sie sich während ihres ersten Aufenthaltes in den USA vorzeitig wieder verabschiedet hat.
Frieda, wie geht es dir heute, nach dieser wahnsinnigen Nachricht?
Ich bin ein bisschen überwältigt und kann es noch nicht ganz realisieren. Mein Handy explodiert, weil mir so viele Leute geschrieben haben. Aber ich bin total happy!
Es gibt wahrscheinlich kaum etwas Aufregenderes im Leben einer Basketballerin, als von einem WNBA-Team ausgewählt zu werden. Was passiert mit einem, wenn man den eigenen Namen im Livestream sieht?
Ich wusste es schon etwas eher. Wir hingen mit dem Stream des Drafts ein bisschen hinterher, und bevor ich meinen Namen gesehen habe, kam ein Anruf aus Portland. Mein Herz hat so geklopft! Ich kann mich nicht mehr ganz genau an das Gespräch erinnern, weil ich so geschockt war. Mir kamen auch ein paar Freudentränen. Es war kein langes Telefonat, aber es war trotzdem sehr cool. Danach haben wir natürlich noch weitergeschaut, bis der Pick dann auch tatsächlich im Stream kam. Um drei war ich dann wieder zuhause – und ziemlich müde.
Du wurdest von Portland Fire ausgewählt, einem ganz neuen Team, das im Zuge der WNBA-Erweiterung dazugekommen ist. Was ist dein erster Eindruck von dem Team, das sich jetzt deine Rechte gesichert hat?
Ich bin sehr froh darüber. Ich habe den Expansion Draft verfolgt und freue mich total, dass Lui [Luisa Geiselsöder] auch in Portland mit dabei ist. Ich mag sie sehr. Ich weiß, wie es ist, mit ihr zu spielen. Und es ist super, da schon Anschluss zu haben. Jemanden zu kennen, der schon weiß, wie es in der WNBA funktioniert, und der einen auch kennt. Was Portland angeht: Ich glaube, es ist sehr cool, Teil eines Expansion Teams zu sein. Und der Kader ist sehr international aufgestellt, das finde ich sehr gut.
Ich kann mich nicht mehr ganz genau an das Gespräch erinnern, weil ich so geschockt war.
Es gibt jetzt verschiedene Optionen: Entweder kannst du im Trainingscamp von Portland den Sprung in den Kader schaffen, oder der Verein entscheidet, dich erst einmal weiter in Europa spielen zu lassen, damit du dich dort entwickelst. Wie fühlt sich das an: Man hat einen Riesenschritt geschafft, aber über den nächsten entscheiden andere?
Ich mache mich da nicht verrückt. Wenn ich die Chance habe, möchte ich auf jeden Fall zum Trainingscamp gehen. Ich bin ziemlich positiv gestimmt. Und ich glaube, wir finden eine gute Lösung. Aber das entscheidet sich in den nächsten Tagen. Zusammen mit meiner Agentin und dem Verein.
Wann hast du angefangen, die WNBA intensiver zu verfolgen?
Eigentlich erst, seit Spielerinnen wie Satou und Nyara (Sabally), Leonie (Fiebich) und Luisa dort spielen. Vorher war die Aufmerksamkeit für die Liga noch nicht wirklich da. Umso schöner, dass sie jetzt wächst. Ich freue mich einfach darauf, die Möglichkeit zu bekommen, in einer Liga zu spielen, die so professionell ist. Ich bin super competitive, möchte mich immer weiterentwickeln und fände es einfach toll, mich mit den besten Spielerinnen der Welt zu messen. Die WNBA hat mit dem CBA [über die Vereinbarung haben wir im vorletzten Newsletter berichtet] natürlich einen riesigen Schritt gemacht. Und wenn ich jetzt irgendwie Teil der ersten Saison mit dem neuen Agreement sein kann – das wäre natürlich cool.

Foto: Mariia Korotyshova für EWMNA
Deine Basketballkarriere ist in Osnabrück gestartet. Mit 14 hattest du deinen ersten Einsatz in der zweiten Bundesliga, bist dann mit dem Team in die erste Liga aufgestiegen. Wie kann man sich den Alltag einer 14-Jährigen vorstellen, die plötzlich Bundesliga spielt?
Puh, wie war das damals? Ich bin von der Schule nach Hause gekommen, habe Hausaufgaben gemacht, Mittagsschlaf, und bin dann zum Training gefahren. Ich war total basketballbegeistert, ich hatte am Wochenende immer Spiele. Mir hat das so viel Spaß gemacht, die meisten meiner Freunde kamen auch irgendwie vom Basketball. Es war einfach mein Alltag.
Du bist mit 18 an die University of Florida gegangen, um dort Basketball zu spielen, bist aber nicht lange geblieben.
Genau, ich war vier Monate am College. Das war ein absoluter Traum von mir. Und dann auch noch nach Florida! Das war krass, mit nichts in Europa zu vergleichen. Aber es war auch sehr oberflächlich, und ich habe schnell gemerkt, dass es nichts für mich ist, dass ich dort nicht die beste Version meiner selbst sein konnte. Natürlich muss man auch Sachen durchmachen und kann nicht immer gehen, wenn es einem nicht gefällt. Aber ich glaube auch, dass man sich selbst treu bleiben muss, auch wenn sich das ein bisschen kitschig anhört. Ich habe dort ziemlich schnell festgestellt, dass ich einen anderen Weg gehen möchte.
Als ich in den USA war, habe ich die ganze Zeit nach Europa geschaut, auf den Eurocup, die Euroleague, die europäischen Ligen. Und dann habe ich mich entschieden, die USA wieder zu verlassen. Es war kein einfaches Gespräch. Ich war 18 und musste in einer fremden Sprache mit den Coaches kommunizieren, dass ich das halt irgendwie nicht mehr wollte. Und sie wollten mich natürlich zum Bleiben überreden. Danach dachte ich lange, dass ich versagt habe. Aber dann ist mir irgendwann klar geworden: Nee, das zeigt vielleicht auch Charakterstärke, dass ich mich da selbst gut kenne und das auch kommunizieren konnte.
Spannend, weil das US-College ja oft als der Königsweg in den Profi-Basketball gilt. Was kam danach?
Ich war mental nicht bereit, direkt wieder umzuziehen. Ich wollte erst einmal nach Hause, mein Selbstbewusstsein wiederfinden und auch die Freude am Spielen. Also bin ich noch eine Saison in Osnabrück geblieben. Aber dann kamen ein paar Angebote, und mir war ziemlich schnell klar, dass Madrid der richtige nächste Schritt ist. Weil die Liga in Spanien einfach besonders stark ist und ich unbedingt Eurocup oder Euroleague spielen wollte.
Was hast du in Spanien gelernt, was du in Deutschland nicht hättest lernen können?
Die spanische Liga ist viel schneller als die deutsche Liga. Entscheidungen müssen schneller getroffen werden, Fehlentscheidungen werden schneller bestraft. Und die Liga ist physischer. Dazu kommt die Eurocup-Erfahrung. International zu spielen, hilft natürlich total für die eigene Entwicklung: Du hast mehr Spiele, mehr Spielpraxis, spielst gegen Teams aus anderen Ligen. Off the court habe ich gelernt, erwachsener zu werden. Also, ich war vorher schon ziemlich erwachsen, so vom Mindset her, aber ich habe gelernt, was es heißt, ein Profi zu sein, und bin unabhängiger geworden.
Wie sie ihr Nationalmannschaftsdebüt erlebt hat und was sich die deutsche Nationalmannschaft für die anstehende WM vorgenommen hat, lest ihr nach dem Spotlight.
SPOTLIGHT
Die Allererste Wenn Marie-Louise Eta am kommenden Samstag den Stadionrasen der Alten Försterei betritt, schreibt sie gleichzeitig Fußballgeschichte. Sie ist die erste Cheftrainerin in der Geschichte der ersten Bundesliga der Männer. Wie die 34-Jährige tickt und welche große Karriere sich für sie schon früh abzeichnete, könnt ihr in diesem Gespräch aus dem Jahr 2023 sehen. So sehr wir ihre Berufung feiern: Wir hoffen, dass es in ein paar Jahren gar keine Nachricht mehr wert ist – sondern ganz normal, dass eine Frau ein Profi-Männerteam trainiert. Eine Einordnung der Diskussion um Etas Nominierung lest ihr in diesem Beitrag von Fußball-Expertin Mara Pfeiffer.
Hartes Pflaster Was für ein Statement: Die 25-jährige Franziska Koch gewinnt Paris-Roubaix Femmes – ein Monument des Radsports – und schreibt als erste Deutsche damit Sportgeschichte. Auf brutalstem französischen Kopfsteinpflaster zeigte die FDJ-Suez-Fahrerin, dass sie Nerven aus Stahl hat – und ließ auch Stars wie Marianne Vos und Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot hinter sich. Im Velodrom von Roubaix krönte sie sich zur verdienten Siegerin. Ferrand-Prévot adelte Koch danach als „veritables Monster" – ein verbaler Ritterschlag. Wer die Highlights aus der kopfsteingepflasterten Hölle des Nordens noch einmal bewundern will, kann das bei Dailymotion tun.
Die hauen uns um Umsensen ist hier ausdrücklich erlaubt: Die Women’s Six Nations im Rugby haben begonnen! Bis zum 17.5. treten England, Frankreich, Irland, Italien, Schottland und Wales gegeneinander an. Jedes Team hat fünf Spiele, gespielt wird im Wechsel zu Hause und auswärts. Die “Red Roses” aus England dominieren das Feld, aber auch Frankreich und Irland warten mit starken Teams auf. Während Rugby in Deutschland eher die Nische in der Nische besetzt (sich dort aber bravourös schlägt, hat die deutsche Nationalmannschaft doch unlängst die Rugby Europe Trophy gewonnen), hat der Sport in den meisten teilnehmenden Ländern eine lange Tradition – und wird mitunter sogar in der Schule gelehrt. Das zeigt sich auch an den Zuschauerzahlen: Mehr als 77.000 Menschen waren live in Twickenham, als England die Irinnen 33-12 schlug; 1,5 Millionen Zuschauer*innen verfolgten das Spiel am Bildschirm. Und wo wir schon bei “Everyone watches women’s sports” sind: Togethxr bringt das Shirt mit dem ikonischen Slogan anlässlich der Six Nations in allen sechs Landessprachen heraus. Love it. Oder auch: Caru fo!

Foto: Mariia Korotyshova für EWMNA
“Die Teamchemie hilft mir total.”
Hier kommt der zweite Teil des Interviews mit Frieda Bühner. Es geht um die WM im eigenen Land, um Freundschaften, und um Tipps an das jüngere Ich.
2024 hattest du deinen ersten großen Auftritt mit der Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen, der einfach unglaublich souverän war. Du warst 19, kamst als Youngster aufs Feld, und hast in deinen ersten Spielminuten alles abgeräumt. Das sah sehr erwachsen aus. Was ging da in dir vor?
Ich muss ehrlicherweise sagen: Ich war so nervös! Ich bin wirklich froh, dass man das nicht gesehen hat. Und dass das so rüberkam, als hätte ich das alles ganz souverän gelöst. Ich weiß noch, wie ich aufs Feld gekommen bin. Es gab einen Freiwurf, ich habe mich zum Ausboxen hingestellt und dachte nur: „Mein ganzer Körper zittert. Alle sehen, wie nervös ich bin.“ Aber ich glaube, ich habe dann einfach gespielt und nicht mehr so viel nachgedacht. Es gab auch gar nicht so viele Möglichkeiten, sich zu verstecken. Weil: Du bist auf der größten Bühne, da möchtest du natürlich alles für dein Team geben.
Du hast dich innerhalb kürzester Zeit zur wichtigen Stütze in der Nationalmannschaft hochgearbeitet. Woher kommt dein Selbstvertrauen?
Ich habe das Gefühl, dass meine Teammates mir vertrauen. Und die Teamchemie hilft mir auch total. Außerdem habe ich in der spanischen Liga sehr viel Selbstbewusstsein gesammelt. Genau wie bei der Eurobasket, also der Europameisterschaft im vergangenen Jahr. Ich habe schon so viele Spiele gemacht, habe so viel trainiert, bin so oft noch neben dem Training in die Halle gegangen. Ich kann nicht alles vorhersehen, aber ich weiß, dass ich vorbereitet bin.
Die von dir genannte ganz besondere Teamchemie in der Nationalmannschaft ist auch etwas, das man bei den deutschen Basketballerinnen immer wieder spürt. Woher kommt die?
Ich weiß gar nicht, ob ich das erklären kann. Ich glaube, es ist immer noch mal etwas anderes, für die Nationalmannschaft zu spielen. Es ist ein anderer Stolz. Du spielst für deine Teammates, nicht für dich selbst. Wir wissen, dass wir am gleichen Strang ziehen, und wir haben alle dasselbe Ziel. Das macht uns so stark. Und wir sind Persönlichkeiten, die gut miteinander klarkommen. Viele von uns haben schon in den Jugendnationalmannschaften miteinander gespielt. Wir kennen uns schon ewig. Da kommt einfach viel zusammen.
Was sind eure Ziele und Erwartungen für die WM, die im Herbst in Berlin stattfindet?
Eine WM im eigenen Land zu haben, das ist so ein „Once in a lifetime“-Erlebnis. Weil okay, vielleicht spielen wir noch mal eine WM, aber im eigenen Land? Das ist einfach unfassbar. Wir alle wissen, was das für uns bedeutet, was es für den deutschen Basketball bedeutet, aber auch für den deutschen Frauenbasketball. Und unser Ziel ist es natürlich, eine Medaille zu gewinnen. Außerdem hoffe ich natürlich, dass total viele Leute kommen und sich dafür begeistern.
Ich kann nicht alles vorhersehen, aber ich weiß, dass ich vorbereitet bin.
Ihr habt auch einen neuen Trainer, Olaf Lange. Wie wirkt sich das auf das Teamgefüge aus?
Wir spielen jetzt einen anderen Basketball, mit vielen offensiven Optionen. Er weiß, was wir können, und hat sehr genaue Vorstellungen. Die Trainings während der Qualifier-Woche mit ihm haben sehr viel Spaß gemacht. Deswegen konnten wir da viel mitnehmen, auch wenn wir vielleicht nicht immer so gespielt haben, wie wir es wollten – das Frankreich-Spiel lief zum Beispiel nicht so gut. Aber jetzt wissen wir, wo wir stehen. Und können darauf aufbauen. Das passt gut.
Was muss passieren, damit die WM ein Erfolg wird?
Es ist nicht einfach. Wir haben nicht so viel Zeit für die Vorbereitung, weil die nationalen Ligen parallel laufen. Aber das geht den anderen Teams auch so. Ich glaube, es muss einfach schon direkt im Training, während der Lehrgänge klicken. Weil ich meine: Persönlich, menschlich klickt es ja sowieso schon.
Unser Format heißt ERSTE WIRD MAN NICHT ALLEIN. Wer hat dir auf deinem Weg geholfen und was hast du von ihnen gelernt?
Supporter Nummer eins sind meine Eltern. Die sind immer für mich da, bei allen Spielen – und sind auch gestern Nacht beim Draft wach geblieben. Sie haben mir beigebracht, an mich zu glauben und dranzubleiben. Und auch manchmal zurückzublicken und zu sehen: „Okay, das habe ich schon alles geschafft.“ Aber auch Alex [Shaw], meine Agentin, ist unheimlich wichtig für mich. Sie ist immer für mich da, ich kann ihr zu jeder Uhrzeit schreiben und bekomme immer sofort eine Antwort. Ich habe das Gefühl, dass sie mich nicht in erster Linie als Basketballspielerin sieht, sondern halt als Mensch, als Frieda.
Wir haben auch noch eine Frage aus der Community mitgebracht: Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen?
Hab Spaß. Sei nicht zu angespannt, weil du etwas unbedingt willst. Sei selbstbewusst – und genieße es, mit deinen Teammates zu spielen. Genieße es, mit deinen Freunden zusammen zu sein – und ja, da auch irgendwie Freunde fürs Leben zu finden.
Danke, Frieda! Wir kleben am Handy, um als Allererste davon zu erfahren, wie es bei dir weitergeht.
Redaktion und Lektorat: Katalina Farkas, Nicole McDermott, Fred Grimm, Aron Farkas. Fotos: Mariia Korotyshova.

Foto: Mariia Korotyshova für EWMNA
WHAT TO WATCH
15.-29.04. | Volleyball: Finalspiele Playoffs 1. Bundesliga Suhl ist cool – sorry, den Reim konnten wir uns nicht verkneifen, aber wir sind hier immer noch beim Sportjournalismus, und Phrasendreschen ist hier Paradedisziplin. So oder so gilt: Nach dem Pokalsieg steht der VfB Suhl LOTTO Thüringen nun erstmals auch in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft. Dort treffen die Spielerinnen auf die Supercup-Siegerinnen und Serien-Play-off-Finalistinnen des Dresdener SC und haben am Mittwoch bereits das erste Spiel gewonnen. Wir erwarten spannende Duelle, die Volleyball-Herzen höher schlagen lassen. DYN überträgt die Spiele zwei und drei (am 18.04. und 22.04., jeweils um 19:00 Uhr).
18.04. | 18:00 Uhr | Handball: EM 2026 Auslosung Gruppenphase Nach der erfolgreichen Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft erfahren wir am Donnerstag, auf wen die deutschen Handballerinnen rund um Emily Vogel treffen werden. Ein gelungener Start ins Turnier könnte erneut dazu führen, dass die Spielerinnen – wie bei der vergangenen WM – im Laufe des Turniers richtig Fahrt aufnehmen. Wer weiß: Vielleicht ist diesmal sogar der Pokal drin? (DYN)
Ab dem 25.04. | Basketball: WNBA Endlich geht es wieder los. Die Pre-Season der besten Basketballliga der Welt startet. Mit dabei sind die deutschen Nationalspielerinnen Satou und Nyara Sabally, Luisa Geiselsöder sowie Leonie Fiebich. Und ganz vielleicht auch Frieda Bühner. Den Auftakt machen die New York Liberty um Satou Sabally und Leonie Fiebich, die sich am 25. April gegen die Indiana Fever mit Basketball-Superstar Caitlin Clark beweisen müssen. Global verfügbar sind alle Spiele der WNBA über den League Pass.
ERSTE WIRD MAN NICHT ALLEIN, kurz: ERSTE, ist ein Newsletter, ein Magazin, ein Podcast, eine Mission. Wir schreiben die Geschichten des Sports der Frauen neu. Abonniert diesen Newsletter, wenn ihr ebenfalls findet, dass Profisportlerinnen mehr Sichtbarkeit verdient haben. Und schreibt uns! Wir freuen uns über jegliche Hinweise, Ideen und Vorschläge – und über neue, noch nicht erzählte Geschichten. [email protected]
Unser nächster Newsletter erscheint am Donnerstag, den 30. April.